Sonntag, 20.05.2012 22:55 Uhr

Willkommen zur Canoe Kayak Rock & Roll-Party am Maty-ér

Verfasser: Kurt Reimann Szeged, 25.08.2011, 14:16 Uhr
Presse-Ressort von: Kurt Reimann Bericht 4408x gelesen
Die Regattastrecke in Szeged
Die Regattastrecke in Szeged  Bild: Kurt Reimann

Szeged [ENA] So war es auf den Einladungen zu den diesjährigen Kanu Sprint Weltmeisterschaften, die vom 17. bis zum 21. August in der 'Stadt der Sonnenstrahlen', im Süden Ungarns, stattfanden, zu lesen. Insgesamt ca. 1100 Athleten aus 94 Nationen folgten diesem Aufruf. Das war neuer WM-Teilnehmerrekord.

Nach glanzvoller Eröffnungszeremonie am Abend des 17. August wurde es am folgenden Tag Ernst; im Kampf um Gold, Silber und Bronze, sowie um die begehrten 'Fahrkarten' zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in London, von denen hier am Maty-ér, einer inmitten von Feldern und Wiesen künstlich angelegten Regattastrecke, 70 % vergeben wurden. Den Auftakt der Finalkämpfe bestritten die Para-Kanuten, die, je nach Art ihrer Handicaps, in verschiedenen Bootskategorien starteten. Am Ende des ersten Wettkampftages konnte der Deutsche Kanuverband eine Silber-, sowie eine Bronzemedaille verbuchen. Einmal Gold gab’s für das Team aus Österreich.

Schwarzer Freitag

Als Ulrich Feldhoff, Ex- Präsident des DKV, am Abend zuvor mitteilte: "Alle Boote, mit Ausnahme von Sebastian Brendel, der im C1 über 1000 Meter bereits im Vorlauf strauchelte, sind weiterhin im Rennen!", schien die Deutsche Kanuwelt noch in Ordnung zu sein. Doch an diesem Tag gingen die WM-Favoriten reihenweise baden. Hatten diese das Rocking & Rolling zu wörtlich genommen? Während das Team des Gastgeberlandes, die stärkste Konkurrenz der DKV-Athleten, wie am Fließband Edelmetall einsammelte, mussten sich die Bundesdeutschen Kanuten vorerst mit Bronze im C2 der Männer über 500 Meter und Silber im K4 der Frauen über die gleiche Distanz begnügen.

Deutschland, Deutschland über alles …

17:01 Uhr. Dank bravouröser Leistung der Kajak-Amazonen Anne Knorr und Debora Niche über 1000 Meter, das erste Gold für den DKV. Der 'Seemannsknoten' war geplatzt. Während bei der anschließenden Medaillenvergabe Schwarz-Rot-Gold am höchsten Mast flatterte, strahlende Gesichter auf dem Siegertreppchen, auf die sich jäh ein Schatten von Verblüfftheit legte, denn an Stelle der üblichen Instrumentalversion ertönte die Deutsche Hymne in gesungener Variante, wobei man sich des Textes der, durch das NS-Regime missbrauchten, ersten Strophe bediente. Bundestrainer Reiner Kießler: "Wir können das so nicht akzeptieren!" Zweimal habe er die Hymne überprüfen wollen, doch nach Angabe der Organisatoren habe die Technik gestreikt.

Es geht doch …

Dieses Freitagsgold erwies sich als Initialzündung für kommende Erfolge des DKV an den nächsten beiden Tagen. Weitere fünf Mal konnten die Ungarischen Tontechniker unter Beweis stellen, dass sie aus ihrem Fehler, für den man sich später von offizieller Seite entschuldigte, gelernt hatten, denn von nun an wurde die Bundeshymne ohne Text abgefahren. Es hätte noch einen siebenten Weltmeistertitel geben können, wären da nicht zwei Österreicherinnen gewesen, die dem Deutschen K2-Duo Franziska Weber/Tina Dietze auf den letzen der 500 Meter den Schneid abkauften. Auch im Endklassement belegte das DKV-Team, mit sechsmal Gold, dreimal Silber und viermal Bronze, hinter Ungarn Platz 2. "London, wir kommen!"

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